Project Description

Bevor z.B. eine Schulter-, Hüft- oder Kniegelenksprothese implantiert wird, wird eine Planung hierfür angefertigt. Dies ist wichtig um sich bereits im Vorfeld auf die OP vorbereiten zu können, die Prothesengrößen vorher möglichst genau zu wissen, mögliche Schwierigkeiten bei der Prothesenimplantation möglichst schon vor der OP zu erkennen und sich darauf einstellen zu können und somit potentielle Fehlerquellen präventiv auszumerzen. Insgesamt erhöht die präoperative Planung die Qualität von Operationen und verbessert somit deren Ergebnisse.

Früher wurde dies mit Schablonen auf Röntgenfolien gemacht, inzwischen erfolgt die Planung mit digitalen Röntgenaufnahmen und entsprechenden Planungsprogrammen am Computer. Diese Planungen sind allerdings „nur“ zweidimensional was beim Schultergelenk aufgrund seiner Komplexität nur bedingt aussagekräftig und somit auch nur bedingt planungssicher ist. Deswegen wurden Programme entwickelt mit deren Hilfe eine dreidimensionale Planung möglich ist.

Bei uns im Gelenkzentrum nutzen wir diese Art der Planung für unsere Schulterprothesen seit knapp einem Jahr. Hierzu wird ein CT der Schulter angefertigt welches dann durch eine entsprechende Software analysiert und aufbereitet wird. Damit kann nicht nur eine nahezu millimetergenau Planung der einzubringenden Prothese vorgenommen werden, es kann auch die Beweglichkeit der zukünftigen Prothese simuliert werden um zu sehen, mit welcher Positionierung der einzelnen Prothesenkomponenten später die bestmögliche Gelenkbeweglichkeit erreicht werden kann.

Bei schwierigen anatomischen Verhältnissen wie z. B. nach Knochenbrüchen oder bei starker Deformität besteht zusätzlich die Option ein sogenanntes PSI zu bestellen. PSI bedeutet „Patientenspezifisches Instrumentarium“ und heißt, dass Schablonen wie Sägelehren oder Instrumente zum Platzieren von Zieldrähten gemäß der Planung am CT speziell für den geplanten Patienten angefertigt werden. Damit ist eine möglichst genaue Umsetzung der Planung in der eigentlichen Operation erheblich einfacher und sicherer.

Bild 1 bis 3: Planung einer anatomischen schaftfreien Prothese in 2 Ebenen plus 3D-Ergebnis

Bild 4 bis 6: Planung der Pfannenkomponente einer inversen Prothese in 2 Ebenen plus 3D-Ergebnis

Bild 7: Planung eines PSI zur Positionierung des Zieldrahtes im Bereich der Gelenkpfanne

Bild 8: 3D-Simulation einer geplanten anatomischen schaftfreien Prothese