Topfit trotz neuem Hüftgelenk? Die SuperPath Technik macht es möglich

25.04.2018  | NEUE FREIZEIT

Rund 210 000 Hüftprothesen werden pro Jahr in Deutschland eingesetzt. Die häufigste Ursache ist hochgradiger Gelenkverschleiß, also Arthrose. Wenn konservative Therapien die
Beschwerden wie Schmerzen und Steifheit nicht lindern mehr, ist ein künstliche Hüftgelenk letztlich unvermeidbar. Experte Dr. Henning Quitmann erklärt, was Betroffene
darüber wissen sollten.

Sind Ihre Patienten in der Mehrzahl älter?

Dr. Henning Quitmann: Keineswegs. Wir haben auch immer mehr jüngere Patienten. Früher haben sich Patienten zu einer Operation entschlossen, wenn sie kaum mehr laufen konnten. Hier war Schmerzfreiheit das Hauptziel. Heute haben sich die Ansprüche an ein Implantat geändert. Betroffene wollen wieder aktiv am Leben teilhaben und Sport treiben. Deshalb entscheiden sich viele jüngere Menschen für einen Eingriff. Zu lange warten sollte man nicht, denn wenn die Schäden bereits zu groß sind, wird die Operation aufwändiger
und es kann dann sein, dass sich die ursprüngliche Beweglichkeit nicht wieder herstellen lässt.

Wie finde ich die richtige Prothese für mich?

Dr. Quitmann: Die Wahl des Prothesenmodells richtet sich nach vielen Faktoren, etwa nach Ausprägung und Krankheitsgrad. Muss das ganze Hüftgelenk ersetzt werden, kommt eine Hüfttotalendoprothese
zum Einsatz. Diese besteht aus einer Hüftpfanne, die in das Becken eingefügt wird, dem Hüftschaft, der in den Oberschenkelknochen implantiert sowie einem Kugelkopf, der auf den Hüftschaft gesetzt wird. Eine
erfolgreiche Operation ermöglicht eine weitestgehend normale Funktion der künstlichen Hüfte.

Welche OP-Methoden kommen zum Einsatz?

Dr. Quitmann: Es stehen zwei Verfahren zur Verfügung: zum Einen die herkömmliche Operationsmethode, bei der das Hüftgelenk vollständig chirurgisch mit teilweiser Muskelablösung geöffnet wird. Zum Anderen die minimal-invasive Operationstechnik, bei der die Hüftprothese gewebeschonend implantiert wird. Überaus schonend ist eine neue minimal-invasive Zugangstechnik SuperPath. Bei dieser innovativen Methode werden keine Muskeln und Sehnen durchtrennt, sondern nur beiseite gehalten. Auch die Gelenkkapsel bleibt erhalten, die für die Stabilisierung des Hüftgelenkes sehr wichtig ist. Der Blutverlust bei diesem  Verfahren ist gering, Patienten klagen nach der Operation über weniger Schmerzen. Besonderer Vorteil: Die Patienten sind schnell wieder mobil, können bereits am Tag nach der OP die Hüfte voll belasten und
laufen. Diese Technik wird bisher nur in wenigen spezialisierten Zentren durchgeführt. Die Website www.endomap.de nennt gute Kliniken.

Wie lange hält ein künstliches Hüftgelenk?

Dr. Quitmann: In der Regel mindestens 15 Jahre, meist länger. Bei Bedarf ist ein Austausch möglich.

 

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