Firma zeichnet Sana Fabricius-Klinik aus. Patienten sollen künftig schneller wieder mobil werden.

RGA 17.05.2018 | Von Sabine Naber

© Roland Keusch. Dirk Windgassen (l.) verlieh deutschlandweit zum ersten Mal das Zertifikat an Dr. Henning Quitmann (6. v. l.) und sein Team der Sana Fabricius-Klinik.

Das Team um Dr. Henning Quitmann, leitender Arzt der Sana Fabricius-Klinik und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, kann sich freuen: Gestern wurde die Klinik als „Center of Excellence“ (Kompetenzzentrum) ausgezeichnet – als erstes Center in Deutschland. Dirk Windgassen von der Firma MicroPort, Entwickler der für den Eingriff benötigten Instrumente und Hersteller der Prothesen, überreichte die Urkunde am Mittwoch an Dr. Quitmann stellvertretend für sein Team, das zum Gelenkzentrum Bergisch Land gehört.

Dieses arbeitet in der Sana Fabricius-Klinik seit etwa zwei Jahren neben der herkömmlichen Operationsmethode auch mit der sogenannten Super-Path-Methode. „Bei dieser neuen, überaus schonenden minimalinvasiven Zugangstechnik werden keine Muskeln und Sehnen durchtrennt, sondern nur beiseitegehalten. Auch die Gelenkkapsel bleibt erhalten. Sie ist für die Stabilisierung des Hüftgelenks sehr wichtig“, erklärt der Facharzt. Auch der Blutverlust sei gering. Patienten hätten nach einer Operation mit der neuen Technik weniger Schmerzen und seien schneller wieder mobil. Patienten könnten zudem die Stützen schneller weglassen, weil das Gewebe durch die kleinen Schnitte weniger belastet werde und der Weichteilschaden minimal sei. „Bereits einen Tag nach der Operation können die Patienten die Hüfte wieder voll belasten und laufen.“ Diese Technik werde bisher nur an wenigen spezialisierten Zentren eingesetzt.

Rund 700 Hüft- und Kniegelenk-OPs werden im Jahr in der Sana Fabricius-Klinik durchgeführt. Mit der Super-Path-Methode, die aus den USA und England kommt, sind bisher etwa 300 Patienten behandelt worden. „Das ist eine Technik, die man lernen muss. Da reicht es nicht, mal zugeguckt zu haben“, macht Quitmann deutlich. Die Sana Fabricius-Klinik ist inzwischen zu einem Ausbildungszentrum für andere Ärzte geworden.

Immer mehr jüngere Patienten brauchen künstliche Gelenke.

DIE Sana Fabricius-Klinik

FAKTEN Die Sana Fabricius-Klinik Remscheid wurde 1899 gegründet und wird noch in diesem Monat vom Sana-Klinikum übernommen. Von den 90 Betten sind 45 orthopädische Belegbetten und 45 geriatrische Betten. Seit 2012 gibt es eine geriatrische Tagesklinik.

Allein in Deutschland werden jährlich rund 200. 000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Die häufigste Ursache ist Arthrose. Schmerzen beim Aufstehen, bei Bewegung und Belastung, Bewegungseinschränkungen oder auch knirschende Geräusche bei Bewegung können auf eine solche Verschleißerkrankung hindeuten. Laut Dr. Quitmann sind inzwischen auch mehr und mehr jüngere Patienten betroffen. „Früher haben sich Patienten zu einer Operation entschlossen, wenn sie kaum mehr laufen konnten. Hier war Schmerzfreiheit das Hauptziel“, weiß der Facharzt. Heute wollten Betroffene wieder aktiv sein, Sport treiben. Deshalb entscheiden sie sich früher zu einem solchen Eingriff. Zu lange warten sollte man ohnehin nicht: „Wenn die Schäden bereits zu groß sind, wird die Operation aufwendiger. Und es kann dann sein, dass sich die ursprüngliche Bewegung nicht mehr wiederherstellen lässt.“