Behandlungsbereiche im Gelenkzentrum Bergisch Land: Hand und Ellenbogen – Krankheitsbilder und Informationen zu Operationen und Konservativen Therapien

Hand und Ellenbogen

Schmerzen in Hand- oder Ellenbogengelenk können verschiedenste Ursachen haben und sowohl von den Gelenken selbst als auch den umliegenden Weichteilen ausstrahlen, wobei auch nicht selten Probleme im Bereich der Halswirbelsäule die eigentliche Ursache für Beschwerden im Arm sind. Daher ist eine ausführliche Anamnese, gezielte körperliche Untersuchung und eine umfassende Diagnostik, je nach Beschwerdebild von Ultraschall über Röntgen bis hin zur Kernspintomografie (MRT), erforderlich. Die daraus gewonnenen Ergebnisse dienen als Basis für ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept.

Krankheitsbilder

Operationen

Operationen von Kompressionssyndromen, wie des Karpaltunnelsyndroms (KTS), des Sulcus ulnaris Syndroms oder des Loge de Guyon-Syndroms, zählen bei uns mit zu den häufigsten Eingriffen im Bereich der Hand. Bei dem Karpaltunnelsyndrom steht der Nerv am Handgelenk (Nervus medianus) unter einem extremen Druck. Der Nerv verläuft vom Unterarm kommend durch den Karpaltunnel in die Handfläche. Sehnenentzündungen, Frakturen oder Schwellzustände können an dieser Stelle dazu führen, dass der Karpaltunnel sich nicht ausdehnen kann und den empfindlichen Nerv einklemmt. In diesem Fall wird das Karpaltunneldach über einen kleinen Schnitt gespalten, um so dem Nerv wieder ausreichend Platz zu verschaffen. Eine Karpaltunneloperation wird in der Regel ambulant durchgeführt. Je nach Befund erfolgt die Ruhigstellung mittels Unterarmschiene für ein paar Tage.

Beim schnellenden Finger ist die Beweglichkeit des betroffenen Fingers behindert. Beim Strecken des Fingers kommt es dann zu einem Schnappphänomen, wodurch das Krankheitsbild seinen Namen bekommen hat. Ursächlich ist dabei, dass die Beugesehnen der Finger durch sogenannte Ringbänder verlaufen, die die Sehnen am Knochen entlang führen. Durch Anschwellung dieser Strukturen oder auch Auftreibungen der Sehnen selber mit Knötchenbildung, bleibt diese Verdickung bei Streckung am Eingang des Ringbandes stecken und bewegt sich erst nach größerem Kraftaufwand schließlich mit einem Schnappen durch diese Engstelle hindurch.

Operationen

Sollte nach Versagen der konservativen Therapie eine Operation erforderlich oder gewünscht sein, wird über einen ca. 2 cm langen Schnitt über dem verdickten Ringband dieses gespalten, sodass die Sehne wieder frei gleiten kann. Dieser Eingriff wir ambulant durchgeführt, eine Ruhigstellung ist nicht erforderlich.

Bei diesem Krankheitsbild handelt es sich um eine Sehnenscheidenentzündung mit ebenfalls schwellungsbedingter Einengung von Sehnen unter einer Bandstruktur. Hierbei sind die Sehnen im Bereich des daumenseitigen Handgelenks betroffen, welche im ersten Strecksehnenfach verlaufen und dort eingeengt werden. Die Patienten klagen insbesondere über Schmerzen beim Greifen, Drehbewegungen im Handgelenk sowie beim Faustschluss.

Operationen

Sollte nach Versagen der konservativen Therapie eine Operation erforderlich oder gewünscht werden, wird ähnlich der OP bei schnellendem Finger über einen ca. 4 cm langen Schnitt das erste Strecksehnenfach eröffnet und die Sehnen soweit „befreit“, dass sie ohne Behinderung wieder gleiten können. Dieser Eingriff wird ambulant durchgeführt, eine Ruhigstellung ist nicht erforderlich.

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Die Arthrose des Daumensattelgelenks (die sogenannte Rhizarthrose) gehört zu den am häufigsten vorkommenden Arthrosen im Bereich der Hand. Der durch die Arthrose hervorgerufene Verschleiß der Gelenkflächen resultiert in Schmerz, Bewegungseinschränkung sowie Schwellung im Bereich der Daumenbasis und im Endzustand in Gelenkzerstörung.

Operationen

Nach Ausschöpfen konservativer Behandlungsoptionen steht am Ende der Therapiekette die operative Versorgung. Dabei gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten: die Versteifungsoperation (Arthrodese) mit dem Vorteil der starken Belastbarkeit des Gelenks und dem Nachteil der schlechteren Beweglicheit des Daumens, Endoprothesen aus Silikon, Metall oder Kunststoff und die sogenannte Resektionsarthroplastik, auch Eppingplastik genannt. Die Arthrodese kommt in erster Linie für jüngere Patienten mit starker Belastung der Hand- und Fingergelenke (z. B. Handwerkern) in Betracht, da es wichtig ist, dass an den angrenzenden Gelenken kein Verschleiß vorliegt, da diese nach Arthrodese stärker belastet werden.

Endoprothesen haben sich wegen des Fehlens von positiven Langzeitresultaten und gehäuften Komplikationen, speziell dem Auslockern des Fremdmaterials, bislang nicht durchgesetzt. Der „Goldene Standard“ für die operative Therapie der Rhizarthrose ist die sogenannte Resektionsarthroplastik/Eppingplastik. Dabei wird über einen etwa 5cm langen Schnitt das arthrotisch veränderte Vieleckbein (Os Trapezium) entfernt, sodass nun nicht mehr Knochen auf Knochen reibt. Der entstandene Platz wird mit körpereigenem Gewebe aufgefüllt, wobei die Hälfte einer Sehne, welche am zweiten Mittelhandknochen ansetzt, verwendet wird. Damit wird der erste Mittelhandknochen praktisch am zweiten Mittelhandknochen „aufgehangen“, weswegen diese OP auch unter dem Namen der „Aufhängeplastik“ bekannt ist. Diese OP-Technik hat hervorragende Ergebnisse (in Langzeitstudien 90–95% sehr gute und gute Ergebnisse). Lediglich die geringfügig verringerte Kraft im Daumen ist als kleiner Nachteil anzusehen. Dies ist für die meisten Patienten allerdings kein Problem, da Kraft und Beweglichkeit im Daumensattelgelenk vor der Operation in der Regel schmerzbedingt schon wesentlich stärker herabgesetzt waren. In der Nachbehandlung wird der Daumen mittels Gipsschiene für ca. vier Wochen ruhiggestellt, mit anschließender Ruhigstellung mittels Daumenbandage für weitere zwei bis vier Wochen. Die übrigen Finger können nach der Operation sofort wieder bewegt werden. Um ein Zurückweichen des ersten Mittelhandknochens in den während der OP geschaffenen freien Platz zu verhindern, sichern wir den Daumen in Abhängigkeit vom intraoperativen Befund in manchen Fällen mit einem Draht, welcher vom ersten in den zweiten Mittelhandknochen gebohrt wird. Dieser Draht wird nach ca. sechs Wochen, wenn ein ausreichend stabiles Narbengewebe im Körper entstanden ist, in Lokalanästhesie wieder entfernt.

Ganglien sind mit gallertartiger Flüssigkeit gefüllte Ausstülpungen einer Gelenkkapsel oder Sehnenscheide. Oft treten sie streckseitig am Handgelenk auf, können aber prinzipiell an jeder denkbaren Stelle des Körpers entstehen. Sie können in ihrer Größe variieren und verschwinden oft auch von selber. Meistens ist eine Schwachstelle der Gelenkkapsel oder Sehnenscheide die Ursache für das Ganglion. Dabei wird insbesondere nach Anstrengung Gelenkflüssigkeit in diese Ausbuchtung gepresst. In der Regel handelt es sich um eine sogenannte „Blickdiagnose“ bei der außer einer körperlichen Untersuchung keine weitere Diagnostik erforderlich ist. In unklaren Fällen kann ein MRT hilfreich sein.

Konservative Therapien

Sollte ein Ganglion stören oder Beschwerden machen, kann man es je nach Größe und Lokalisation als ersten Therapieversuch punktieren und die darin befindliche Flüssigkeit ablassen.

Operationen

Sollte eine Punktion nicht dauerhaft helfen und eine Entfernung gewünscht werden kann es operativ entfernt werden. Durch einen kleinen Schnitt erfolgt dabei die Entfernung des Ganglions bis zu dessen Ausgangsort. Zur Verhinderung eines Rezidivs wird die Öffnung in der Gelenkkapsel oder Sehnenscheide in Abhängigkeit vom Lokalbefund entweder erweitert oder mit Naht verschlossen. Eine OP bietet zwar eine gute Chance, ein Rezidiv zu verhindern, hundertprozentig ausschließen kann man es jedoch auch mit einer OP nicht.

Unter einem Tennisellenbogen (Epicondylitis radialis humeri) versteht man eine Sehnenursprungsentzündung der Unterarmstreckmuskulatur am Ansatz des Oberarmknochen. Sie entsteht meist durch eine berufliche oder sportliche Überlastung. Beim Golferarm ist die Innenseite des Ellenbogengelenkes (Epikondylus Humeri ulnaris) in ähnlicher Weise betroffen.

Konservative Therapien

Beide Erkrankungen werden überwiegend konservativ therapiert.

Operationen

Nur nach längerem erfolglosen konservativem Therapieversuch sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Dabei kombinieren wir zwei OP-Varianten miteinander: die Operation nach Hohman und die Operation nach Wilhelm. Bei der OP nach Hohmann werden über einen ca. 5 cm langen Schnitt die Ursprünge der betroffenen am Oberarmknochen ansetzenden Muskeln abgelöst/eingekerbt. Bei der OP nach Wilhelm handelt es sich um die Durchtrennung/Verödung der im Schmerzgebiet verlaufenden Schmerznerven mittels Elektromesser. Beim Golferarm wird die Operation nach Wilhhelm in ähnlicher Weise an der Innenseite des Ellenbogens durchgeführt. Nach der Operation ist eine Ruhigstellung des betroffenen Armes in einer Oberarmschiene für zwei Wochen erforderlich.

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Die Dupuytren’sche Kontraktur ist eine gutartige Verdickung von Bindegewebe in der Handinnenfläche und der Finger. Sie ist in der Regel schmerzlos, hat aber je nach Ausprägung im Krankheitsverlauf oft eine zunehmende Einziehung der Finger mit Streckdefizit zur Folge. Die Ursache für diese Erkrankung ist bis heute unbekannt, häufig sind beide Hände betroffen. Selten kommt diese Erkrankung auch an der Fußsohle vor, dort heißt sie dann Morbus Ledderhose. Anfänglich bilden sich kleine Knötchen unter der Haut, welche sich im Krankheitsverlauf zu derben Strängen vergrößern und letztlich die Streckung der Finger zunehmend beeinträchtigen. Wie schnell ein solches Voranschreiten geht, ist individuell extrem unterschiedlich und lässt sich nicht vorhersagen.

Konservative Therapien

Eine ursächliche Heilung gibt es bis dato nicht. Im Frühstadium ist eine konservative Behandlung angezeigt.

Operationen

Erst bei Fortschreiten der Erkrankung oder rascher Verschlechterung mit Streckdefizit eines Gelenkes von mehr als 20 Grad bzw. mehr als 45 Grad an mehreren Gelenken eines Fingers in der Summe sollte eine Operation erfolgen. Dabei führen wir eine Fasziektomie durch, wobei über zickzackförmige Hautschnitte (Brunner‘sche Schnittführung) die verdickten Bindegewebsstränge möglichst vollständig entfernt werden. Dabei kommt es jedoch auch nach Operationen ca. in 20 Prozent der Fälle zu Rezidiven, welche unter Umständen eine erneute Operation erforderlich machen.

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Operationen

Arthroskopie

Die Arthroskopie dient uns einerseits als diagnostisches Hilfsmittel, erlaubt es uns aber auch, Erkrankungen im Hand- und Ellenbogengelenk direkt zu behandeln. Der minimalinvasive Eingriff wird in Voll- oder Armnarkose (Plexusanästhesie) durchgeführt und kommt zum Einsatz, wenn Indikationen für Erkrankungen vorliegen wie:

  • entzündete Gelenkanteile (z. B. Gelenkschleimhaut)
  • freie Gelenkkörper
  • knöcherne Vorsprünge
  • Knorpel- und Knochendefekte

Die Technik ist dabei an Hand- und Ellenbogengelenk dieselbe wie an anderen Gelenken wie Knie oder Schulter auch. Lediglich die Lagerung des Patienten und die Größe der verwendeten Kamera und Instrumente sind verschieden.

Arthrodesen/Versteifungsoperationen

Wenn Gelenkanteile, insbesondere der Langfinger, durch Erkrankungen wie Rheuma oder Arthrose oder durch einen Gelenkbruch stark zerstört sind, hilft oft nur der Einsatz eines Kunstgelenks oder die Versteifung des Gelenkes, um eine Schmerzfreiheit zu erzielen. Ob eine Versteifung oder die Versorgung mittels Prothese zu favorisieren ist, hängt unter anderem davon ab, welches Gelenk betroffen ist und wie stark der Bandapparat des entsprechenden Gelenkes beschädigt ist. Darüber hinaus spielen auch persönliche Aspekten eine Rolle.

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